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Interviews

Interview mit der Performing Youth Company anlässlich der Musicalshow „Therapy“ im März 2008

Die Interviewpartner von Hannes Wagner waren Thessa Habeler, Julia Reiter und Nicolas Huart

Die Performing Youth Company ist eine von zwei Jugend Musical Kompanien im Performing Center Austria. Rund um die Premiere der Show „Therapy“ führte Hannes Wagner Interviews mit 3 Ensemblemitgliedern der Kompanie.
Thessa Habeler (18), Julia Reiter (16) und Nicolas Huart (15) gaben dabei nicht nur spannende Einblicke in die Jahresarbeit der Kompanie sondern auch interessante persönliche Statements zu Freundschaften, Schulstress, Wünsche und Ziele. Thessa, Julia und Nicolas zeigten bei „Therapy“, das am 3. und 4. April 2008 im Theater Akzent gezeigt wurde, beeindruckend Momente ihres darstellerischen Talents.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Euch bei der Audition zur Youth Company zu bewerben und vorzustellen?

nicolas huartNicolas: Alles hat so angefangen, dass ich vor 3 Jahren unter der Dusche (wie immer *grins*) laut mit dem Radio mitgesungen habe. Und dann war ich einmal, allem Anschein nach, so laut, sodass mich der Freund meiner Mutter gehört hat. Dieser kennt schon seit längerem das PCA und die verschiedensten Projekte die da gemacht werden. Irgendwann hat er mich mal darauf angesprochen, dass ich mich da mal bewerben sollte. Damals war ich 12 und ich hätte nie im Leben gedacht, dass man mich bei Youth Company (Magisches Buch der Musicals 2005) tatsächlich aufnehmen würde! Aber so war es letztendlich, und da es einfach unglaublich viel Spaß gemacht hat, hab ich mich sofort für die nächsten Projekte angemeldet und habe es geschafft. Mittlerweile habe ich sehr viel Bühnenerfahrung sammeln können und kann nur sagen: Geiles Gefühl… Heute, 3 Jahre nach meinem Einstieg habe ich mich wieder für Youth Company 2007/08 angemeldet - und bereuen tu ich’s auch dieses Mal nicht…!

Charlotte ReiterJulia: Mein Schulchor hatte letztes Jahr im Orpheum einen Musicalabend und in der Pause hieß es plötzlich, dass mich ein gewisser Herr Wagner (lächelt) sprechen möchte. So erfuhr ich dann vom Performing Center Austria und der Youth Company und man bat mich, zur Audition zu kommen. Da ich noch nicht sehr viele Tanzerfahrungen hatte, habe ich in den Ferien noch zwei Workshops besucht, um mich so auf die Audition vorzubereiten.

Thessa HabelerThessa: Ich bin vor ca. vier Jahren auf das PCA gestoßen, durch eine Bekannte meiner Mama. Ich hab mich immer schon für Tanz interessiert und bei uns zu Hause in Schwechat gab er nur eine eher schlechte Jazz-Klasse. Deshalb habe ich mich nach etwas besserem umgesehen. Ich habe dann auch ein zwei Kurse belegt, kam aber nicht sehr weit, da die Zeit meistens nicht ausreichte. Neben Schule war ich auch oft in der Musikschule und hatte dort viele Klassenabende und sonstige Konzerte und Projekte. (Ich spiele Geige und Klavier, etwas später kam noch Gesang als Unterrichtsfach dazu) Ich interessierte mich nebenbei auch immer schon für Musical und ich sah bald, dass es eine Youth Company gab. Zunächst hatte ich mehr Angst davor dorthin zu gehen, außerdem, wie ich bereits sagte, fehlte mir die Zeit dafür. Während meiner Schulzeit war am Wochenende meistens die Zeit, wo ich meine Hausaufgaben, Referate und sonstiges nachholte und vorbereitete. Da ich jetzt die Matura schon hinter mir habe und es außerdem aus dem ordentlichen Studium noch nichts geworden ist (Aufnahmeprüfung leider noch nicht geschafft), dachte ich mir dieses Jahr ist die letzte Chance - ich muss sie ergreifen. Mittlerweile bereue ich es schon, dass ich nicht früher hingegangen bin…

Wie denkt Ihr, kommt Ihr mit Euren KollegInnen (anderen DarstellerInnen)aus? Ergaben sich dabei Freundschaften oder gar mehr?

Nicolas: Was ich jedes Mal mit Staunen feststellen muss, ist, dass sich so unglaublich schnell Freundschaften entwickeln, die dann sogar noch Jahre nachher bestehen. Man entwickelt sich - so komisch es vielleicht klingen mag - zu einer richtigen Familie. Man kann über alles reden und sich von jedem trösten lassen. Es macht wirklich sehr viel Freude, alle Freunde nach einer Woche am Wochenende wiederzusehen, und zu wissen, dass man jetzt in den nächsten Stunden gemeinsam wahnsinnig viel Spaß haben wird. Schon bald kennt jeder so ziemlich jeden und lernt nebenbei sehr gut wie man mit Leuten umgeht und auf fremde Leute zugeht. „Teamgeist“ ist ein gutes Schlagwort dafür. Am schlimmsten ist dann leider der traurige, und immer tränenreiche Abschied nach der letzten Aufführung… Natürlich kam es bis jetzt sehr oft auch zu Beziehungen innerhalb des Teams. Man merkt schnell, dass das Training nicht nur eine schweißtreibende, sondern auch eine sehr lustige Freizeitbeschäftigung ist!

Julia: Ich komme mit meinen KollegInnen wirklich sehr gut aus. Es passt einfach, weil wir alle auf der gleichen Wellenlänge schweben. Wir harmonieren unheimlich gut miteinander und sind in den letzten Monaten richtig gut zusammengewachsen.

Performing Youth Company: "Therapy (2008)

Thessa: Ich komme sehr gut aus mit allen. Ich bin nicht der Mensch, der an allen etwas auszusetzen hat. Wenn ich jemanden mal wirklich nicht leiden kann (was äußerst selten vorkommt) würde ich ihm einfach aus dem Weg gehen. Dass ich auch Freunde gefunden habe, hat bei mir etwas länger gedauert. Aber das liegt an mir, weil ich grundsätzlich nicht so ein gesprächiger Mensch bin. Mittlerweile gibt es mehrere wirklich nette Leute um mich mit denen ich mich öfter unterhalte oder sie um Rat frage. Außerhalb der PCY-Zeiten treffe ich mich aber nur selten mit einigen, was vielleicht auch ein bisschen schade ist, aber das kann sich ja noch ändern…

Wie vereinbart Ihr Schule und Proben? Kommen da auch Terminkollisionen zustande, und wenn ja, wie bewältigt Ihr diese?

Nicolas: Also ich will ehrlich sein, es ist kein Zuckerschlecken. Das Training nimmt sehr viel Frei-) Zeit in Anspruch und benötigt sehr viel Energie. Es verändert den Lebensrhythmus von Grund auf. Normalerweise heißt es: In der Schule anstrengen und am Wochenende ausruhen. Tja, mit den Proben spielt’s das halt nicht mehr… Da heißt es dann: Verausgaben am Wochenende, und aufpassen, lernen, erholen usw. in der Schule. Das mag vielleicht am Anfang sehr hart klingen, aber ich hab mich mit der Zeit echt daran gewöhnt! Und wenn ich ehrlich bin, ich wüsste nicht wie ich die Zeit totschlagen sollte, wenn ich keine Proben am Wochenende hätte! Ich würde 5 mal so viel Zeit vor einem Bildschirm verbringen, 6 mal so viel unnötiges Zeug essen, 7 mal so viel Geld auf Partys und im Kino ausgeben, 8 mal so selten Lachkrämpfe bekommen und 9 mal so wenig Sport betreiben! Es ist unglaublich wie fit einen das Training macht! Man hat zu Bewegung einen ganz anderen Zugang und findet den Spaß am Sport, und das finde ich ist sehr wichtig… Natürlich habe ich schon oft Leute gesehen die in den Pausen im PCA ihre Hefte aufgeschlagen haben und gelernt haben, weil sie sonst nicht genug Zeit haben das nach den Proben zuhause zu tun. Aber da man im Team alle Altersklassen finden kann, wird es immer jemanden geben der einem bei einem Mathebeispiel wird helfen können. Manche Lehrer in der Schule nehmen auch Rücksicht, wenn sie sehen, wie stressig es auch außerhalb der Schule zugeht. Zu wirklichen Terminkollisionen kommt es selten, weil ja nur noch die wenigsten Schüler am Samstag Schule haben (außerdem ist deswegen am Samstag auch späterer Probenbeginn). Einmal kam es vor, dass ich an der Sportwoche mit der Klasse nicht teilnehmen konnte, weil gerade zu der Zeit die Intensivproben im Theater Akzent waren… Aber sonst kann ich mich an nichts Gravierendes erinnern… Man muss nun mal Prioritäten setzten und die Zeit aufopfern… Und auch wenn die Schulfreunde manchmal rebellieren, wahre Freunde stehen immer hinter mir, auch wenn ich nicht jedes Wochenende mit ihnen etwas unternehmen kann… Aber bis heute bin ich noch nicht von meinen Freunden enttäuscht worden…

Performing Youth Company: "Therapy (2008)

Julia: Teilweise ja, aber ich habe es eigentlich immer ganz gut hinbekommen, die Schule nicht zu vernachlässigen. Ich finde es auch gut, dass die Proben am Wochenende sind, somit kann man sich unter der Woche auf die Schule konzentrieren.

Thessa: Naja also da ich nicht mehr in die Schule gehe, gibt es mit der Schule auch keine Kollisionen. Das Studium ist in der Hinsicht soweit auch nicht betroffen, weil ich noch nicht so viele Vorlesungen besuchen kann und wenn sind sie ja nur unter der Woche, was die PCY meistens nicht betrifft. Außer in den Ferien und in der letzten Woche, aber da ist sich auch alles ausgegangen. Die meisten Kollisionen gibt es da eher mit der Musikschule. Wir hatten nämlich jetzt auch drei Wochenenden Orchesterproben in Schwechat für das diesjährige Orchesterkonzert, weshalb ich auch am Freitag leider nicht bei der Show dabei sein konnte, sondern in Schwechat in der Körnerhalle beim Konzert dabei sein musste. Leider konnten wir das terminlich nicht mehr vereinbaren, weil wir das Konzert nicht verschieben konnten und das Theater Akzent offenbar nur diese beiden Termine (3ten und 4ten April) für die Show der PCY angeboten hatte.

Das Team um Thomas Frank ist schon lange sehr gut eingespielt, wie seht Ihr die "Arbeit" mit den Lehrern und dem Regie-Team?

Nicolas: Also Spaßgarantie ist auf alle Fälle vorhanden. Die Lehrer sind alle kreative und professionelle Spaßkanonen, mit denen man über wirklich alles Lachen kann. Sie sind immer für jeden da und erklären auch gerne Sachen die schon 5mal gefragt wurden. Ich hatte in 3 Jahren noch nie irgendein Problem mit einem Lehrer. Im Gegenteil, ich hatte es bis jetzt immer sehr lustig. Es ist toll dass unser kreatives Potential Verwendung findet und mit Freude kombiniert wird.

Julia: Die Zusammenarbeit verläuft sehr professionell. Es macht Spaß ständig Neues zu lernen. Ob das im Tanz, Schauspiel oder im Gesang ist... Unsere Lehrer geben uns unheimlich viel mit auf den Weg!

Thessa: Die Arbeit ist sehr gut. Die Stimmung, sofern es die Schüler erlauben, auch meistens sehr konzentriert. Ich denke wir haben in sehr kurzer Zeit ein sehr gutes Programm hinbekommen. Auch der Fantasie der Choreographen ist keine Grenze gesetzt und sie bemühen sich alle sehr, neue Ideen einzubringen sind sehr kreativ und bringen tolle Nummern auf die Bühne.

Performing Youth Company: "Therapy (2008)

Was sind Eure beruflichen Ziele? Wollt Ihr später einmal im künstlerischen Fach eine weitere Ausbildung machen? Vielleicht weiter im PCA mitmachen, oder bei weiteren Produktionen auftreten?

Nicolas: Auf jeden Fall werde ich mich auch weiterhin für alle möglichen Projekte bewerben. Ende April ist dann die XMas Audition wo ich mit Sicherheit nicht fehlen werde… Mein Plan ist, bis zu meiner Matura im PCA zu bleiben. Was dann sein wird kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich muss noch mehr Erfahrungen sammeln um festlegen zu können, ob das der richtige Weg ist, schließlich ist die Konkurrenz doch sehr groß. Aber den Gedanken daran einmal beruflich auf der Bühne zu stehen, will ich auf keinen Fall verwerfen. Es ist zwar ein sehr harter Job, aber was einem Spaß macht soll man ja schließlich machen…

Julia: Da ich mein kommendes Schuljahr im Ausland verbringe, kann ich bei weiteren Produktionen nicht dabei sein. Ich möchte aber unbedingt weitermachen... Mein großer Traum ist es eine Musical- Berufsausbildung zu machen, um einmal auf den berühmten “Brettern“ zu stehen, die die Welt bedeuten...

Thessa: Nun zunächst möchte ich auf jeden Fall die Aufnahmeprüfung an der Musik-Uni für Gesang Popularmusik IGP schaffen. Es ist für mich allerdings wirklich nicht leicht sich auf eine Richtung zu konzentrieren, weil mich so viel interessiert und ich so viele Talente habe, die noch ausgebaut werden möchten. Eine Zeit lang habe ich auch überlegt, ob ich Musical studieren sollte. Irgendwann hat sich das Bedürfnis wieder gelegt, aber mittlerweile, nachdem ich mit einem so tollen Team von Darstellern auf einer Bühne gestanden bin, kann ich es mir kaum vorstellen, dass ich es nicht noch einmal probieren werde irgendwo für eine Ausbildung aufgenommen zu werden. Das einzige Problem, das ich dabei habe ist, dass sich so ein Studium mit nichts verbinden lässt weil es in sich so zeitaufwendig ist. Also mal sehen wo mich das Schicksal dann hinführt. Dieses Jahr sind die Aufnahmeprüfungen für dieses Fach sowieso schon gelaufen aber wer weiß was nächstes Jahr auf mich zukommt…

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